Am nächsten Tag sind wir früh aufgestanden und haben das arabische Frühstück genossen und haben neue Geschmackswelten entdeckt. Nun geht es ab nach Amman um eine Stadtrundfahrt zu machen. Schon jetzt bestätigte sich unsere Erfahrung am Flughafen: der Busfahrer kam eine halbe Stunde zu spät: „Because of STAU.“
Während der Rundfahrt sind wir endgültig in dieser uns noch fremden Welt angekommen. Zuerst waren wir einwenig geschockt wie auch fasziniert von all dem Neuen was wir kennen lernen durften.
In Amman gabelten wir noch unsere Reiseleiter auf. Er sei angeblich einen der Besten, laut seinen Angaben. So besuchten wir in Führung des besten Reiseleiters in ganz Amman, die blaue Moschee, eine große Ruine in Mitten der Stadt, ein altes Theater und die ganze Stadt. Unsere kritische Reisegruppe stellte viele kritische Fragen, welchen der Reiseleiter jedoch konsequent auswich, oder einfach nicht hinhörte. Er sagte jedoch, dass er „versucht“ möglichst Objektiv zu erklären und zu berichten. Eine gute Erfahrung war, dass viele Leute zum selben Thema vieles verschiede sagen und man dann ein Mittelmass finden muss.
Während der freien Zeit in Amman haben wir auch die große Schere von Arm und Reich gesehen und auch gespürt. Ich persönlich habe dies noch nie so nahe erlebt wie hier, obwohl ich auch schon in Cuba war, wo ich jedoch mehr oder weniger in einem Hotel eingebunkert war.
Am Abend waren wir zu einer Einweihung einer neunen deutschsprachigen protestantischen Gemeinde eingeladen. Unser Busfahrer kam auch dieses Mal eine halbe Stunde später, da er ja nur eine halbe Stunde zu dieser Kirche brauche. Doch schnell kamen uns gewisse Strassen und Stadtteile bekannt vor und dachten, dass wir hier schon zweimal durchgefahren sind. Als wir in der Kirche, eine halbe Stunde zu spät ankamen, platzen wir in die Messe. Nach ca. 20min. sitzen, mussten wir das Gebäude wechseln. Schnell wurden wir während Gesprächen als Schweizer identifiziert. Vor dem andren Gebäude angekommen, kam ein junges verlumptes, wohl obdachloses Mädchen zu uns und fragte die Leute nach JD’s (Jordan Dinares). Jedoch wurde sie ignoriert. In diesem Moment spürte ich einen großen Ärger gegenüber der Anwesenden und auch gegenüber den Pfarrern und den anderen anwesenden Gläubigen.
Mich hat der Anblick dieses Mädchens sehr berührt. Jedoch griff ich selbst nicht in meine Taschen, da ich „nur“ US Dollars dabei hatte. Später bereute ich dies.
Während der Predig wurde ein Lied über das Bauen eines Hauses gesungen, in dem auch das Einladen von kleinen Kindern gepriesen wurde.
Nach dem Gottesdienst wurde viel gegessen, getrunken und geredet und etwas vom Wichtigsten in Amman: Kontakte geknüpft.
Nach langen Diskussionen über aktuelle Themen wie z.B. die Ausschließung von Eveline Widmer Schlumpf, sind wir mit einem Taxi, welches umgerechnet für 20 min. Fahrt 7.- gekostet hat, in die Schule zurück gefahren.
Einige Minuten später versuchten wir nochmals unser Glück mit dem Internet. Wir haben uns an dieser Infrastruktur beinahe die Zähne ausgebissen und haben all unser mediamatisches Wissen gebündelt und mit vereinten Kräften versucht einen virtuellen Kontakt mit der Außenwelt herzustellen. Jedoch ohne Erfolg. Nun haben wir uns noch einen „feinen“ Kaffe gemacht und bearbeiten unsere 900 Bilder die wir alleine in den letzten 2 Tagen gemacht haben. Morgen werden wir uns mit dem Direktor der Schneller Schule Amman treffen und heikle Punkte in Sache IT besprechen.